Bio-/Filmografie Elke Hauck
Film: Karger
Kurzvita

Elke Hauck wurde 1967 in Riesa (Sachsen) geboren. Nach dem Abitur folgten Buchbinderlehre, Abendstudium an der Hochschule der Bildenden Künste Dresden, ein Studium der Germanistik und Kunstpädagogik an der Universität Leipzig und ein einjähriger Lehraufenthalt in Versailles/Frankreich. Seit 1993 lebt die Autorin und Regisseurin in Berlin. Sie arbeitete dort als Kameraassistentin, Cutterin und Regieassistentin und studierte von 1994 bis 2002 Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Nach mehreren Kurzfilmen und ihrem Abschlussfilm "Flügge" (Dokumentarfilm 2001), schrieb, castete und drehte sie ihren ersten langen Spielfilm "Karger". Ihr jüngster Spielfilm "Der Preis" hatte 2011 auf der Berlinale in der Reihe Perspektive Deutsches Kino Premiere.
Statement
Abschiede an allen Fronten markieren den exemplarischen Lebensabschnitt, in dem sich Karger, ein Stahlarbeiter in der sächsischen Kleinstadt Riesa, befindet. Die große Liebe löst sich in einer banalen Ehescheidung, der langjährige Job im ortsansässigen Rohrwerk von heute auf morgen in nichts auf. Neue Möglichkeiten ergeben sich. Doch wo führen sie hin?
Das Leben geht weiter, die Zeit bleibt nicht stehen – nur manchmal das Herz für Sekunden. Bei diesem Film habe ich weniger versucht, Fragen nach dem "Wohin" und "Was tun" zu beantworten, als vielmehr einen Ausschnitt aus Kargers Leben darzustellen, sein Porträt zu zeichnen.
Auf die Idee kam ich durch ein Klassentreffen, bei dem ich mir plötzlich die Frage stellte, wie wohl das tägliche Leben derer aussieht, die den Ort unserer Kindheit nicht wie ich nach der Schule verlassen hatten. Ich fuhr immer wieder dorthin, traf alte Bekannte, machte Interviews mit Leuten, die ich auf der Straße ansprach. Wir haben den Film dann tatsächlich auch in meiner Heimatstadt Riesa, einer kleineren Industriestadt zwischen Leipzig und Dresden, gedreht. Die Darsteller sind Laien, die wir vor Ort gecastet haben. Sie hatten ähnliche Geschichten wie die Figuren im Film und sprechen sächsischen Dialekt. Ausschlaggebend für diese Arbeitsweise war das Anliegen, Sprache und Milieu genau zu treffen, die persönlichen Erfahrungen der Darsteller zu integrieren und damit eine starke Authentizität zu erreichen. So ist eine fiktive Geschichte nach einem Drehbuch an einem nicht-fiktiven Ort entstanden.