Bio-/Filmografie Franz Müller
Film: Die Liebe der Kinder
Kurzvita

Franz Müller wurde 1965 in Mosbach im Odenwald geboren und wuchs in Karlsruhe auf. Von 1988 bis 1994 studierte er in Düsseldorf bei Gerhard Richter Freie Kunst, von 1993 bis 1996 bei Oswald Wiener Kybernetik. Danach war er als Autor und Regisseur tätig und machte seit 1999 Kinoprogrammarbeit im Filmclub 813 in Köln. Im Kino in der Brücke in Köln brachte er die erste vollständige Werkschau sämtlicher Regiearbeiten von John Cassavetes heraus.
Weitere Retrospektiven über Jacques Demy (2000), Alain Resnais (2004) und Clemens Klopfenstein (2005) folgten. 2001 schloss Franz Müller ein Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln ab. Zu seinen wichtigsten filmischen Arbeiten gehören der Kurzfilm "Madonna ist Löwe" (1998), die Episode "Vater und Sohn" aus "Freitagnacht" (2002), "Science Ficton" (2003), für den Franz Müller den Babelsberger Medienpreis als bester Absolventenfilm erhalten hat, sowie die Episode "Matelots d’eau douce" aus dem Film "24 Heures Marrakech" (2009). Außerdem war Franz Müller Produzent von "Zukunft des Körpers", fünf Kurzfilmen im Rahmen der Frankfurter Positionen. Seit 2006 ist er Mitherausgeber der Filmzeitschrift "Revolver".
Statement
Ich mache nicht zuletzt auch deshalb Filme, weil mir bestimmte Geschichten im Kino fehlen. Ich habe in den letzten Jahren viele Filme gesehen, die von der Liebe erwachsener Menschen handelten, bei denen ich aber oft das Gefühl hatte, dass sie mir eigentlich die Geschichte einer ersten Liebe erzählen. Ich finde ,dass die Liebe zwischen erwachsenen Menschen etwas ganz anderes ist und es auch verdient hat, dass man über sie andere Filme macht. Dadurch kam mir die Idee, diese beiden Modelle, das der ersten Liebe in ihrer Direktheit und dem bedingungslosen Verlangen nach Wahrheit und das der erwachsenen Liebe, von heftigen Gefühlsausbrüchen befreit, leichter, aber nicht weniger tief, gegeneinander antreten zu lassen.
Auch wenn ich tendenziell mit der erwachsenen Form der Liebe sympathisiere, weil ich mich nun mal auch zu den Erwachsenen zähle, liegt die Wahrheit doch irgendwo dazwischen. "Die Liebe der Kinder" ist ein Film über die schreckliche Gewissheit, dass jede Liebe relativ ist. Dass auch ein erwachsener Mensch aus einem romantischen Impuls heraus gegen diese Gewissheit rebelliert, macht ihn meiner Meinung nach menschlich, sympathisch und nicht zuletzt auch komisch. Der Film lebt von seinen Figuren. Die Handlung kommt allein aus den Figuren. Ihre Liebe, Ängste, Eitelkeiten, Zwänge sind Motor der Geschichte und nichts sonst. Da es in der Geschichte um Fremdheit und Nähe geht, habe ich den Cast entsprechend arrangiert.
Wichtig war für mich, dass sich die beiden erwachsenen Hauptdarsteller nicht kennen, bevor wir drehen. Die Nebenfiguren um die Rolle der Frau herum, haben wir mit "nahen" Personen besetzt: die beste Freundin von Marie-Lou Sellem als beste Freundin, der Ex-Mann als potentieller Nebenbuhler, die Schauspiellehrerin als Mutter usw. Alex Brendemühl, der den Mann spielt, dagegen haben wir aus Barcelona eingeflogen und nur mit "seinem Arbeitsumfeld" bekannt gemacht.