Bio-/Filmografie Susanne Schneider

Film: Es kommt der Tag

Kurzvita

Susanne Schneider
Susanne Schneider | Bild: dpa

Die renommierte Drehbuchautorin Susanne Schneider arbeitete zunächst am Theater als Regieassistentin und Regisseurin. Als Autorin begann sie mit Theaterstücken, konzentrierte sich aber immer stärker auf das Schreiben von Drehbüchern. Sie schrieb u. a. die Bücher zu den Fernseh- und Kinofilmen "Tatort: Heilig Blut", "Feuerreiter", "Solo für Klarinette" oder "Fremde liebe Fremde", für den sie den Bayerischen Fernsehpreis erhielt. Zu ihren zahlreichen Fernsehfilmen gehörten zuletzt u. a. der Bodensee-"Tatort: Im Sog des Bösen" und "Bella Block: Das schwarze Zimmer". 2007 inszenierte Susanne Schneider ihren ersten Langfilm "In einer Nacht wie dieser", eine Koproduktion mit "Debüt im Dritten" des SWR. 2008 folgte mit dem Kinofilm "Es kommt der Tag" ihre zweite Regiearbeit. Susanne Schneider arbeitet als freie Autorin und unterrichtet als Gastdozentin u. a. an der Hamburg Media School.

Statement

»Was ist höher angesiedelt, das persönliche, ganz individuelle Glück, wie es heute dem Konsens entspricht, oder die Verantwortung für die Gesellschaft? Diesem Thema wollte ich mit meinem Film nachspüren. Für mich war vor allem die Frage elementar, wie weit wir heute für unsere Ideale gehen würden. Nehmen wir mal an, die politischen Verhältnisse in unserem Land würden sich destabilisieren, wie weit würde unser Engagement gehen? Um es mal ganz pathetisch auszudrücken: Was wären wir bereit zu tun für eine bessere Welt? Ich finde es spannend, der Verurteilung vergangener Systeme die Überlegung voranzuschicken, wie man sich selbst entscheiden würde. Vom Standpunkt der Generationsfrage und der damit einhergehenden Sozialisation stehe ich natürlich Judith näher.«

Aber eine der größten Herausforderungen ans Drehbuch und meine Inszenierung war, dass ich beiden Figuren gerecht werden wollte. Es ging mir nicht darum, eine Entscheidung zwischen Recht und Unrecht zu fällen, ich wollte vor allem das Dilemma der Situation in den Blickpunkt rücken. Jeder, der sich für ein politisches Ideal entscheidet und somit existentiell gefordert wird, zahlt früher oder später einen Preis dafür. Das individuelle, private Leben, sei es in der Familie oder im Freundeskreis, leidet unter diesem Entschluss. Für eine solche Entscheidung muss man große Opfer bringen. Es gibt eine ganz wesentliche Aussage von Judith, die Alice erklärt: "Es ist so verdammt einfach, die Dinge von ihrem Ende her zu betrachten." Was diese Aussage betrifft, fühle ich mich sehr mit Judith verbunden.

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